Die klassische Sachertorte hat eine sehr lange Geschichte. Sie führt bis in das 18. Jahrhundert zurück. Fürst Metternich beauftragte seine Hofküche ein besonderes Dessert für seine Gäste zu kreieren. Bei Wikipedia gibt es einen umfangreichen Artikel über die Entstehungsgeschichte der Sachertorte und sonstige Details.

Bei meinem ersten Besuch in Wien habe ich im Hotel Sacher ein Stück probiert. Ein tolles Erlebnis in der Atmosphäre, das noch heute in meiner Erinnerung ist. Das Originalrezept ist natürlich geheim und es gibt sehr viele verschiedene Versionen. Die Rezepte variieren und der Streit zwischen dem Hotel Sacher und der nicht minder berühmten Konditorei Demel scheint beigelegt, wer nun tatsächlich der Urheber ist.

Nun habe ich ein Rezept gelesen, dass ich gleich ausprobiert habe.
Ich wollte gerne etwas Schokoladiges backen, das sich ein ein paar Tage
frisch hält und gut vorbereitbar ist. Da ich dann letztendlich doch
etwas im Stress war, habe ich auf zusätzliche Dekoration, wie z.B. einen
Schriftzug verzichtet und ich habe den Biskuitteig nicht als klassische
Torte gebacken, sondern in einer eckigen Form, so dass ich Schnitten
daraus schneiden konnte.

Sacher - Schnitten

Vollkommen neu war mir, die in dem Rezept angegebene Kochschokolade.
Ich habe das ausprobiert und war aus mehreren Gründen begeistert.
Erstmal lässt sie sich sehr einfach herstellen. Reste können wie
temperierte Kuvertüre wieder verwendet werden und dieser Überzug lässt
sich wunderbar schneiden, er bricht nicht.

Aus dem im Topf verbliebenen Rest Kochschokolade habe ich mir eine
Trinkschokolade gemacht, die hält was der Name verspricht. Im Topf war
noch ein knapper Esslöffel der fertigen Masse und den habe ich gemeinsam
mit einer Tasse Milch wieder erwärmt. Uihhh – das ist echt was für
Schokoholics… 🙂

Trinkschokolade

Das Rezept stammt aus der Lehrzeit von Lisa Rudiger. Sie meint und ich kann ihr da nur beipflichten: Schokolade, Mandeln und Aprikosenmarmelade – nichts Schöneres, als daraus eine richtige Sacher-Torte zu machen!

Sacher-Schnitten

Sacher-Schnitten nach Lisa Rudiger

Rezept für eine Torte mit 26 cm Durchmesser, oder eine rechteckige Form 39 x 26 cm, wie ich sie benutzt habe.

Für den Boden:

190 g Butter
85 g Zucker
70 g Marzipanrohmasse
4 cl Rum
Vanille / Salz
7 Eigelbe
85 g Kuvertüre 60/40 (Monika: Zartbitter)
7 Eiweiß
100 g Zucker
Prise Salz
170 g Weizenmehl
40 g Kakaopulver
5 g Backpulver
80 g Mandeln, gehackt

1 Glas Marillenkonfitüre (Aprikosenkonfitüre)
2 Esslöffel Marillenschnaps (Monika: Aprikosenbrand)

Für die Kochschokolade:

200 g Wasser
500 g Zucker
2 g Salz
150 g Zartbitter Kuvertüre

So wird es gemacht:

Den Ofen auf 190 Grad vorheizen und eine Springform fetten oder mit
Backpapier auslegen. (Anmerkung: ich habe eine rechteckige Form
genommen) Butter, Zucker, Marzipanrohmasse, Rum, Vanille und Salz
geschmeidig arbeiten und in der Maschine schaumig rühren. Nach und nach
das Eigelb einrühren und dann die flüssige Kuvertüre dazu geben.

Eiweiß mit dem Zucker und der Prise Salz zu Schnee schlagen. Zuerst
den Schnee unter die Eimasse geben und dann Mehl, Backpulver, Kakao und
Mandeln mischen und unterheben. Die Masse in die vorbereitete Springform
füllen und bei 180 Grad 45 Minuten backen.

Nach dem Abkühlen den Sacherboden zweimal durchschneiden.
Marillenkonfitüre mit dem Schnaps kurz aufkochen, den geteilten
Sacherboden mit der Konfitüre füllen und wieder zusammensetzen. Den
Boden ringsherum mit Konfitüre bestreichen.

Für die Kochschokolade:

Wasser, Zucker, Salz gut kochen. Aufgelöste Kuvertüre dazugeben.
Kochschokolade durch ständiges Rühren abkühlen – am Schnellsten mit
Eiswasser. Die Sachertorte auf ein Gitter setzen und mit der
Kochschokolade überziehen. Der Rest der Kochschokolade kann nach dem
Erkalten wieder erwärmt und nochmals verwendet werden. Kurz vor dem
Anziehen der Schokolade die Torte in 14 Stücke einteilen und dekorieren.

Sacher - Schnitten

Anmerkung: Die Backzeit betrug bei meiner Variante 35 Minuten. Ich
habe die gebackenen Platten in drei gleichgroße Stücke geschnitten, mit
Konfitüre bestrichen und übereinander geschichtet.